TROTZ ALLEDEM!

Völkermord an der armenischen Nation!

Kein Vergeben, kein Vergessen!

Am 24. April 1915 begannen die türkischen herrschenden Klassen den Völkermord an der armenischen Nation. Die türkischen herrschenden Klassen führten zunächst einen regional begrenzten Völkermord durch, bei dem sie Hunderttausende Armenier ermordeten. In der Situation, die der erste Weltkrieg geschaffen hatte, gingen sie zu einem breit angelegten Völkermord über. Das Ziel war, die "Armenierfrage endgültig zu lösen", d.h. die armenische Nation in den osmanisch türkischen Staatsgrenzen insgesamt zu vernichten. Talaat Pascha, damaliger Innenminister der Türkei, telegrafierte den Administratoren in Aleppo "Die Regierung hat ein Gesetz erlassen, alle Armenier, die in der Türkei leben, zu vernichten...." Der Genozid wurde unter dem Vorwand einer Deportation begonnen. Zwischen 1915 und 1918 wurden bei diesem Deportations-"Umsiedlungs"-feldzug 1,5 Millionen Armenier und über 500.000 Assyrer, Chaldäer und Pontus-Griechen durch den türkischen Staat hingemetzelt.

Dieser Völkermord wurde mit tatkräftiger Unterstützung des deutschen Imperialismus verübt. Seit 1909 war deutsches Militär im türkischen Generalstab vertreten. Feldmarschall von der Goltz war Generalinspekteur der türkischen Streitkräfte. Das deutsche Kaiserreich sicherte offensiv seine Interessen in der Region und war Verbündeter des osmanischen Reiches. Der Bau der Berlin-Bagdad-Bahn wurde mit großer finanzieller Unterstützung des deutschen Staates und der deutschen Großkonzerne begonnen. Ein großer Teil der ZwangsarbeiterInnen beim Bau dieser Bahn waren ArmenierInnen. Damals wie heute die gleichen strategischen und ökonomischen imperialistischen Interessen in diesem Gebiet: die Erdölgebiete um Mossul und Kirkuk im damaligen osmanischen Reich!

Deutschland beschönigte und rechtfertigte die Ausrottungspolitik. Es war verboten in Deutschland über den Genozid an der armenischen Nation zu berichten. Offiziell wurde er mit dem Begriff "Dislokalisation" (Umsiedelung) verschleiert. Der Kommunist Karl Liebknecht war einer der ganz wenigen die in Deutschland den Völkermord anprangerten. So machte er im Parlament die Anfrage: "ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, dass während des jetzigen Krieges im verbündeten türkischen Reiche die armenische Bevölkerung zu Hunderttausenden aus ihren Wohnsitzen vertrieben und niedergemacht worden ist?" Die stereotype Antwort der "demokratischen" Regierung war: "Nähere Einzelheiten können nicht mitgeteilt werden". Der Hitlerfaschismus hat sich beim Völkermord an den europäischen Juden auf diese Vernichtungspolitik bezogen.

Kriege, Völkermord, Hunger, Tod und Vertreibung ... werden solange auf der Tagesordnung stehen, solange der Imperialismus herrscht! Heute hat der deutsche Staat seine imperialistische Großmachtrolle wiederhergestellt. Die BRD kämpft in Zukunft an vorderster Front weiter mitkämpfen wird im Kampf um den ungehinderten Zugang zu Rohstoffen, Absatzmärkten, strategischen Gebieten, im Kampf um die Neuaufteilung der Welt. Es geht um die Weltherrschaftsziele. Ex-Jugoslawien, Afghanistan und jetzt Irak sind Beispiele dafür. Nur der Sturz des imperialistischen Systems durch die proletarische Revolution wird dieser Barbarei ein Ende bereiten! Wirkliche Gleichberechtigung der verschiedenen Nationen und Nationalitäten in Türkei/Nordkurdistan, kann nur durch den Sturz des faschistischen türkischen Staates und der Errichtung der demokratischen Diktatur der Arbeiter und Bauern erreicht werden. Wir verteidigen das Recht der ArmenierInnen, die heute in der Diaspora leben, in ihre angestammten Gebiete in der Türkei zurückzukehren und sich dort anzusiedeln. Wir verteidigen das Recht der armenischen Nation auf Lostrennung und eigene Staatsgründung!

Nieder mit dem Imperialismus!

Sozialismus oder Untergang in der Barbarei!

Trotz Alledem

Bol┼čevik Partizan