Einschätzung von TROTZ ALLEDEM!

Mao Zedong: Sein Werk – Seine Verdienste – Seine Fehler

Herrschaftsverhältnisse

Eine Revolution ist kein Gastmahl, kein Aufsatzschreiben, kein Bildermalen oder Deckchensticken, sie kann nicht so fein, so gemächlich und zartfühlend, so maßvoll, gesittet, höflich, zurückhaltend und großherzig durchgeführt werden.

Die Revolution ist ein Aufstand, ein Gewaltakt, durch den eine Klasse eine andere Klasse stürzt.  Mao Zedong

Die Debatte über herausragende Erfolge, Mängel und auch schwere Fehler in der Geschichte der Revolutionen der kommunistischen ArbeiterInnenbewegung ist ein Baustein in der Entwicklung von Grundpositionen kommunistischer Arbeit. Es ist keine abstrakte und abgehobene Theoriedebatte, fern des Klassenkampfes und der brennenden Probleme der werktätigen Menschen. Ganz im Gegenteil, indem die KommunistInnen die Grundfragen der Ziele und Wege zur Befreiung stellen, indem sie aus den positiven und negativen Erfahrungen selbstkritisch Schlussfolgerungen ziehen, sowie diese zur Diskussion stellen, wird über Klarheit um unsere Ziele und Wege zur Befreiung gerungen. Das theoretische, praktische, politische Werk Mao Zedongs, der Kommunistischen Partei Chinas, ist ein zentraler Erfahrungsschatz der kommunistischen Weltbewegung.

Nach der welterschütternden Oktoberrevolution 1917 war der Sieg der chinesischen Revolution 1949 der zweite Paukenschlag im 20. Jahrhundert. Vor allem unterdrückte Völker in Afrika, Asien und Lateinamerika, die gegen koloniale Sklaverei und neokoloniale Abhängigkeit aufstanden, erlebten eine greifbare, und machbare Alternative. Das siegreiche chinesische Volk und die kämpfenden unterjochten Völker mussten von den Imperialisten als ein bestimmender Faktor und Akteur auf der Agenda der Weltpolitik anerkannt werden. Millionen Unterdrückte des chinesischen Reiches schritten auf dem Weg der Emanzipation und Befreiung in die Zukunft. 

Wie wurde dieser Sieg errungen?

Die Kommunistische Internationale und die Kommunistische Partei Chinas entwickelten in harten politischen Auseinandersetzungen in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts Strategie und Taktik der chinesischen Revolution. Das Führungskollektiv der KP Chinas, der herausragende Praktiker und Theoretiker Mao Zedong führten mit diesem politischen Programm die Volksmassen zum Sieg in der Revolution. Von Anbeginn gab es heftige innerparteiliche Kämpfe und starke opportunistische Abweichungen, die teils auch in der Partei bestimmend wurden. Die neudemokratische Revolution in China gegen Feudalismus, Imperialismus und Kompradorenbourgeoisie eröffnete den Weg zur sozialistischen Revolution. Der Aufbau des Sozialismus wurde angepackt. Es gab aber auch große Schwierigkeiten, zentrale Fehler und Mängel in der politischen Linie der Partei und Mao Zedongs. Der Revisionismus in Partei und Staat, die Entwicklung einer neuen Bourgeoisie wurden zwar bekämpft, konnten aber nicht ausreichend und nachhaltig geschlagen werden.

International wurde die KP Chinas in den 1960er Jahren zum Bannerträger des Kampfes gegen den Chrust­schowrevisionismus der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU). Dieser hatte sich mit seinem XX. Parteitag und dem Frontalangriff auf Stalin in die Arme des Weltimperialismus geworfen. Der Kapitalismus wurde in der Sowjetunion restauriert und in eine weltweit agierende sozialimperialistische Großmacht umgewandelt. Die Rivalität zwischen ihr und den anderen westlichen imperialistischen Großmächten vor allem den USA, aber auch Japan, Deutschland und Frankreich entfachte eine neue Runde im Wettstreit der imperialistischen Giganten um Welthegemonie.

Die KP Chinas und Mao Zedong prangerten den Chrust­schow­revisionis­mus nicht nur international an, sondern sie versuchten einer ähnlichen Entwicklung in der eigenen Partei und im eigenen Staat entgegenzutreten. Die Kulturrevolution in China, 1966 – 1969, mobilisierte Millionen Menschen gegen Ver­bürokrati­sierung im Staats­apparat, gegen kleinbürgerliche Gewohnheiten, gegen verknöcherte Funktionärshierarchien, gegen den kapitalistischen Weg und gegen die auf allen Ebenen wirkende bürgerliche Ideologie. Die revolutionären Massen und KommunistInnen erhoben in wuchtigen Massenaktionen das Banner des Sozialismus. Sie entwickelten neue Kampfmethoden und -inhalte. Aber auch diese revolutionäre Welle konnte das Rad nicht mehr zurückdrehen. Mao Zedong starb 1976, der revolutionäre Flügel in der KP Chinas (die sogenannte „Vierer-Bande“) wurde ausgeschaltet, der Revisionist Deng Xiaoping ergriff 1977 die Macht. China wurde in einen revisionistischen, staatsbürokratischen kapitalistischen Staat verwandelt. Heute ist China auf der Weltbühne eine imperialistische Großmacht.

In der internationalen kommunistischen, marxistisch-leninistischen Bewegung entbrannte nach dem Tode Mao Zedongs eine heftige Debatte über Fehler, falsche politische Positionen, über Verdienste und Errungenschaften der chinesischen Revolution und vor allem ihres Führers Mao Zedong. Was waren die Ursachen für den Sieg des Revisionismus? Wie konnte das zweite sozialistische Bollwerk gegen den Weltimperialismus so schnell fallen? Was waren die Triebkräfte für diese Katastrophe, die nicht über Nacht hereinbrach?

Außenpolitisch drängte sich schon vor dem Tod Mao Zedongs die Frage auf, warum setzte die KP Chinas auf den Schlächter der iranischen Völker, den Schah von Persien, als „tapferen Verteidiger des iranischen Volkes“ und auf den „antiimperialistischen, iranischen Staat im Kampf gegen die Supermächte“? Warum stützte sich die KP Chinas mehr auf die „blockfreien Staaten“ und ihre Kompradorenregime als auf die Befreiungsbewegungen der Völker? Für diese Außenpolitik einer „friedlichen Koexistenz“, die den Klassenkampf begrub, schneiderte sich die KP Chinas das Kostüm der „Drei-Welten-Theorie“ zurecht.

Das Konzept der „Drei-Welten-Theorie“, das bereits unter Mao Zedong in der KP Chinas entwickelt wurde, versuchte den Marxismus-Leninismus in der Analyse des Weltimperialismus mit revisionistischen Grundthesen zu ersetzen.

So wurde die Welt in drei Welten eingeteilt. Die Erste Welt: die beiden „Supermächte“, USA und Sowjetunion. Die Zweite Welt: Länder wie Deutschland, Japan, Kanada. Und die Dritte Welt: Länder wie China, Indien, Brasilien, Algerien. Hauptfeind in diesem Schema war die Erste Welt. Die Zweite und Dritte Welt waren potentielle Bündnispartner im Kampf gegen die Supermächte.

Weltweit kritisierten Parteien, wie die Revolutionäre KP Chiles, die TKP/ML(Türkei), die marxistisch-leninistische Partei Österreich (MLPÖ), GDS (Gegen die Strömung Westdeutschland) dieses klassenversöhnlerische Konzept. Die Partei der Arbeit Albaniens, die die „Drei-Welten-Theorie“ zunächst verteidigte, zog bald nach, allerdings nur sehr halbherzig. Sie hielt selbst weiterhin Kernthesen der „Drei-Welten-Theorie“ aufrecht, wie die Theorie von den zwei Supermächten als Hauptfeinde der Völker der Welt. 1978 vollzog die Partei der Arbeit Albaniens nach dem Abzug der chinesischen Helfer aus Albanien, eine vollständige Kehrtwendung in der Bewertung der ­chinesischen Revolution, der Rolle Mao Zedongs und seines Werkes. Mit dem Buch „Imperialismus und ­Revolution“ von Enver Hoxha, Führer der Partei der Arbeit Albaniens, wurden die chinesische Revolution, der Sieg gegen den Imperialismus und die Leistungen Mao ­Zedongs in Grund und Boden gestampft. Mao wurde zum „Bauernrevolutionär“ abgestempelt. Die von Hoxha vorgebrachten Kritikpunkte deckten sich in zentralen Punkten mit der revisionistischen Kritik der Sowjetrevisionisten an Mao Zedong und der KP Chinas.

Der Gipfel dieser Schlammschlacht war allerdings, dass Hoxha vorgab, schon immer diese Kritiken am Weg der chinesischen Revolution vertreten zu haben. Er veröffentlichte 1979 „Betrachtungen über China – aus dem politischen Tagebuch, 1962-1972“. Darin machte er sich bereits in den 1960er Jahren über Mao Zedong als „kleinbürgerlichen Bauernrevoluzzer“, heimlich und versteckt lustig. Gleichzeitig lobte er ihn aber in Albanien und in der Weltöffentlichkeit überschwänglich als großen Marxisten-Leninisten. In der marxistisch-leninistischen Weltbewegung erfolgte eine erneute Spaltung.

Ein Teil der marxistisch-leninistischen, anti-chrustschowrevisionistischen Parteien trabte treu und ergeben der Partei der Arbeit Albaniens hinterher. Sie übernahmen ihre Anwürfe und kippten die eigenen, bis dahin positiven Einschätzungen der chinesischen Revolution und Mao Zedongs über Bord. 

Ein anderer Teil dieser Parteien waren offensive Verteidiger der chinesischen Revolution und der „Mao-Zedong-Ideen“. Sie übernahmen damit die falsche These des IX. Parteitages der KP Chinas (1969), die eine neue Entwicklungsstufe des Marxismus-Leninismus konstruierte und Mao zum 5. Klassiker des Marxismus-Leninismus, neben Marx, Engels, Lenin und Stalin kürte.Eine dritte, unserer Meinung nach richtige Strömung der internationalen Bewegung verwarf die antimarxistische Kritik der Partei der Arbeit Albaniens an der KP Chinas und Mao Zedong. Sie stellte die notwendige Kritik und Auseinandersetzung mit der KP Chinas und Maos auf richtige marxistisch-leninistische Füße und lehnte, davon ausgehend, die verfehlte Konstruktion der „Mao-Zedong-Ideen“ als Überhöhung und Übertreibung ab. Gleichzeitig verteidigte sie das marxistisch-leninistische Werk Maos und kritisierte seine wichtigsten Fehler. Einige Parteien und Organisationen dieser Strömung, die MLPÖ (Österreich), die TKP/ML(B) (Türkei), Gegen die Strömung (Westdeutschland) und Westberliner Kommunist (Westberlin) legten ihre Grundpositionen in einem gemeinsamen politischen Dokument 1982 vor: „Mao Zedong – Seine Verdienste – Seine Fehler (Gemeinsame Erklärung von Rote Fahne der MLPÖ, Bolschewik Partizan, Gegen die Strömung und Westberliner Kommunist)“. [1]


Als wir uns, GenossInnen der Trotz alledem!, in den 1990er Jahren zum Aufbau der Kommunistischen Partei in der BRD zusammenschlossen, haben wir unsere ideologisch-politische Grundlage in der ersten Nummer der Trotz alledem! so vorgestellt: „Wir gehen aus von der Theorie des Marxismus-Leninismus, die herausgearbeitet und weiterentwickelt wurde von den Klassikern des Marxismus-Leninismus, Marx, Engels, Lenin und Stalin. Die Theorie ist die blutig in den Kämpfen der internationalen ArbeiterInnenbewegung gewonnene Erkenntnis, Verallgemeinerung und Anleitung zur revolutionären Praxis. Die Große Sozialistische Oktoberrevolution in Russland, die das begonnene Werk der Pariser Kommune fortsetzte, und eine neue Seite in der Menschheitsgeschichte aufschlug, ist uns Leitbild. Die Erfahrungen dieser Revolution, der neudemokratischen chinesischen Revolution und der proletarischen Kulturrevolution, der albanischen Revolution sind wesentlich im Kampf gegen den Opportunismus und modernen Revisionismus.“ (Zum Geleit, TA Nr. 1, 1996, S. 2) 

Wir hatten uns mit den Positionen der Gemeinsamen Erklärung soweit auseinandergesetzt, dass für uns klar war, Mao Zedong ist kein 5. Klassiker des Marxismus-Leninismus, noch sprechen wir von den Mao-Zedong-Ideen. Wir wollten unsere Einschätzungen aber noch vertiefen. Zunächst machten wir eine Analyse der Auseinandersetzung zwischen der KP Chinas und dem Chrustschowrevisionismus in den 1960er Jahren, die wir unter dem Titel „Im Kampf gegen den Verrat des Chrustschowrevisionismus: Die Polemik über die Generallinie der internationalen kommunistischen Bewegung 1963“ veröffentlichten. (TA Nr. 16, Teil I und TA Nr. 17/18, Teil II).

Diese 1997/98 begonnene Debatte über das Werk Mao Zedongs legten wir – aufgrund anderer wichtiger Arbeiten – zunächst auf Eis. In den letzten Jahren haben wir diese Diskussion wieder aufgegriffen und nun zu Ende geführt.

Auf unserem 3. Kongress bewerteten wir die „Gemeinsame Erklärung „Mao-Tse-Tung – Seine Verdienste – Seine Fehler“, als unsere ideologische Grundlage. Diese Erklärung hat für uns sowohl eine überzeugend marxistisch-leninistische Herangehensweise wie auch in allen Hauptfragen eine grundlegend richtige Linie. Als eine Schwäche der Erklärung, die dem damaligen aktuellen ideologischen Kampf entspringt, sehen wir heute an, dass die Verdienste Mao Zedongs zu wenig konkret angeführt und verteidigt werden.

In den nachfolgend veröffentlichten Thesen fassen wir die Hauptpositionen unserer Einschätzung der KP Chinas und Mao zusammen.

Auch wenn wir unsere Ausgangspunkte festgelegt haben, so bleiben eine Reihe von Fragen offen, die noch vertieft, kritisiert und ausgewertet werden müssen. So muss die komplexe Frage der Ursachen für den Sieg des Revisionismus in der KP  Chinas und die Restauration des Kapitalismus in China noch weiter selbstkritisch aufgearbeitet werden.

In den folgenden Thesen stellen wir nur die zentralsten ideologisch-politischen Schwerpunkte heraus. Auf die sehr wechselvolle Entwicklung des innerparteilichen Kampfes in der KP Chinas, auf die Vorherrschaft mal des einen oder anderen Flügels opportunistischer Gruppierungen gehen wir nicht weiter ein.


Thesen

I. Die neudemokratische Revolution in China –
geführt von der KP – inspiriert von der Theorie Mao Zedongs –
auf der Basis des Marxismus-Leninismus

1. KP China und Kommunistische Internationale

Die Kommunistische Partei Chinas (KP Chinas) wurde 1921 gegründet und war Mitglied der III. Internationale. Die KP Chinas hat sich zu Beginn ihres Parteiaufbaus auf das Industrieproletariat in den Städten konzentriert. Ihr Programm und ihre politische Linie arbeitete sie, begründet auf den Prinzipien der Kommunistischen Internationale (KI), in Diskussion mit der KI und ihren Führern, wie Lenin und vor allem Stalin aus. Mao Zedong war Gründungsmitglied der KP Chinas.

Grundprinzipien der KI und des Marxismus-Leninismus für koloniale, halbkoloniale und abhängige Länder sind:

* Die demokratischen, antiimperialistischen Revolutionen sind Teil der proletarischen Weltrevolution. Das Bündnis der ProletarierInnen aller Länder und aller unterjochten Völker, muss Ausgangspunkt des Klassenkampfes in jedem Land sein.

* Der sozialistischen Revolution ist eine Etappe der ­antiimperialistischen, demokratischen Revolution vorgeschaltet. Die Agrarrevolution ist die entscheidende sozioökonomische Vorbedingung, um zur sozialistischen Revolution überzugehen.

* Die demokratische, antiimperialistische Revolution muss unter der Führung des Proletariats und seiner Kommunistischen Partei stehen. Nur auf dieser Grundlage ist das Fundament, das Arbeiter- und Bauernbündnis zu verwirklichen.

* Im Kampf um die demokratische, antiimperialistische Revolution ist ein Bündnis, eine Blockbildung, eine Einheitsfront mit Teilen der nationalen Bourgeoisie, selbst mit Teilen der Kompradorenbourgeoisie, unter bestimmten Bedingungen möglich.

* Die Ziele der sozialistischen Revolution sind das ­Maximalprogramm der KP, auch in der demokratischen Phase der Revolution, und müssen propagiert werden.

2. Etappe der demokratischen Revolution

Die KP Chinas stand vor der historischen Aufgabe, die Millionenmassen von Bauern/Bäuerinnen und ArbeiterInnen in den Kampf gegen den Feudalismus und die imperialistische halbkoloniale Abhängigkeit zu führen. Zentrale Ziele der Revolution waren eine grundlegende Agrarrevolution und eine demokratische Revolution, die die nationale Unabhängigkeit und Selbstbestimmung der Völker Chinas sicherte

Die chinesische Revolution entwickelte sich in der Epoche des Imperialismus und der proletarischen ­Revolution. Das Zeitalter der alten bürgerlichen Revolution war überholt.

Durch den Sieg der Oktoberrevolution in Russland, den Zusammenschluss der Arbeiter­Innenbewegung der imperialistischen Mächte mit den anschwellenden Befreiungsbewegungen der ­kolonialen und halbkolonialen Länder war eine siegreiche antiimperialistische und antifeudale Revolution in China nur möglich als eine neudemokratische ­Revolution unter Führung des Proletariats.

Mao Zedong und die KP Chinas legten als ihr Ziel fest, unter der Hegemonie des Proletariats die Diktatur der ArbeiterInnen und Bauern zu errichten.

Mao Zedong hat die grundlegenden Prinzipien des Marxismus-Leninismus für die Etappe der neudemokratischen ­Revolution schöpferisch und wegweisend für die konkrete, ungeheuer komplizierte Lage der chinesischen Gesellschaft angewandt.

Die theoretischen Schriften über den Gang, die Auf­gaben, die strategischen und taktischen Etappen der chinesischen Revolution sind ein ungeheurer Erfahrungsschatz für alle Marxisten-Leninisten weltweit.

3. Volkskrieg in Strategie und Taktik der Kommunistischen Partei

Der gewundene Weg der chinesischen Revolution, der Kampf an vielen Fronten gegen die Konterrevolution, der Kampf gegen die örtlichen Militärdiktaturen, die Kuomintang, die japanischen Besatzer und die gesamte imperialistische Front der Großmächte machten eine ausgefeilte militärische Strategie und Taktik der Revolution nötig.

Mao Zedong hat eine wichtige und schöpferische Weiterentwicklung in der Militärstrategie des Volkskrieges geleistet. Zentral war die Entwicklung und Durchsetzung der Strategie der „Einkreisung der Städte vom Dorf“, der Schaffung Roter Stützpunktgebiete und die Verteidigung der Notwendigkeit des langandauernden Volkskrieges, gegen viele opportunistische Abweichungen.

Diese Strategie und Taktik war die einzig richtige für die konkrete Praxis der chinesischen Revolution. Sie bietet umfassende Erfahrungen für alle Kommunistischen Parteien, in deren Ländern ähnliche Verhältnisse wie in China herrschen.

Diese Strategie kann aber keineswegs schematisch für alle halbkolonialen und abhängigen Länder als allgemeingültig erklärt werden.

Die Niederlage des ersten revolutionären Bürgerkrieges 1927 war nicht bedingt durch einen Fehler in der strategischen Ausrichtung Mao Zedongs. Ihre Ursachen lagen in objektiven Bedingungen, wie der Überlegenheit des Feindes als auch in subjektiven, wie den opportunistischen Fehlern in der KP Chinas.

II. Übergang von der demokratischen zur sozialistischen Revolution

1. Volksdemokratie in China – keine Diktatur des Proletariats

Die 1949 in China errichtete Staatsmacht die „Diktatur der Volksdemokratie“ wie Mao Zedong sie nennt, war kein Staat der Diktatur des Proletariats. In der Diktatur der Volksdemokratie waren vor allem die ArbeiterInnen und Bauern, aber auch nationale, antiimperialistische Teile der Bourgeoisie, die im Krieg gegen die japanische Besetzung teilgenommen hatten, vertreten. Die Volksdemokratie stellte sich noch nicht die Aufgabe den Kapitalismus zu liquidieren, sondern zu regulieren (Mao Zedong, 1949 „Über die demokratische Diktatur des Volkes“). Auf ökonomischem Gebiet in dieser Etappe der Revolution (1950) standen die Aufgaben an, den Kompradorenkapitalismus zu liquidieren (Enteignung der Großindustrie und Banken der Kompradoren und Imperialisten), die Feudalherren zu enteignen und die Agrarrevolution zu vollenden. D.h.  die Abschaffung des feudalen Steuersystems und Beendigung der Schuldknechtschaft der Bauern. Ideologisch stand der kulturelle Kampf gegen Feudalismus, Imperialismus und das Analphabetentum auf der Tagesordnung. Das alles wurde bis 1953 in den Grundzügen verwirklicht.

2. Aufbau des Sozialismus mit der Bourgeoisie

1953 war die zentrale Aufgabe der KP Chinas und Mao Zedongs den Weg zur Diktatur des Proletariats zu beschreiten und die dafür anstehenden Aufgaben anzupacken. Auf sozioökonomischem Gebiet galt es die Aus­beutung der Arbeiterklasse abzuschaffen, die Bourgeoisie als Klasse zu liquidieren; die sozialistische Kollektivierung der Einzelwirtschaft der Bauernschaft voranzutreiben und sozialistische Staatsgüter zu grün­den; die sozialistische Kultur mit den Millionenmassen der Werktätigen zu entwickeln, zu verankern, das sozialistische Bewusstsein in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen auf breitester Front zu schaffen.

Mao Zedong stellte der Kommunistischen Partei und den Werktätigen 1954 die Aufgabe auf allen Gebieten die sozialistische Umgestaltung anzugehen. Nur, die zentrale Frage des Klassencharakters des Staates wurde nicht aufgeworfen, sondern im Gegenteil weiterhin die volksdemokratische Ordnung als Staatsform propagiert. Der Staat der Neuen Demokratie wurde als Instrument zur Errichtung des Sozialismus angesehen. Mao Zedongs Positionen in der Schrift  „Über die richtige Behandlung der Widersprüche im Volk“, 1957, bedeuteten praktisch im Bündnis mit Teilen der nationalen Bourgeoisie ihre eigene Liquidierung und damit den Aufbau des Sozialismus durchzuführen. Dieses Konzept musste scheitern.

Die alles entscheidende Strategie wurde nicht verteidigt: Kampf auf Leben und Tod zwischen Proletariat und Bourgeoisie auf allen Gebieten der Gesellschaft, ökonomisch, politisch und ideologisch. Das ist die einzige Garantie für die Errichtung der Diktatur des Proletariats.

Der 8. Parteitag der KP Chinas 1956 fand nach dem XX. Parteitag der KPdSU statt. Er stellte fest, die sozialistische Revolution in China geht auf friedlichem Weg vonstatten und die nationale chinesische Bourgeoisie unterstützt mit großer Begeisterung die sozialistische Um­gestaltung. Gegen diese revisionistischen Positionen hat sich Mao nicht gestellt. Im Gegenteil, er hat sie teilweise selbst vertreten. In seiner Schrift „Über die richtige Behandlung der Widersprüche im Volk“ führt er den Widerspruch zwischen Arbeiterklasse und nationaler Bourgeoisie als einen Widerspruch im Volke an. (Bd. V, S. 436)

 

III. „Große Polemik“ – Kampf gegen den Chrustschowrevisionismus

Es ist unumstrittenes historisches Verdienst der KP Chinas und vor allem Mao Zedongs, sich dem revisionistischen XX. Parteitag der KPdSU, nach anfänglichem Schwanken, entgegengestellt zu haben. Mao und die KP Chinas traten Anfang der 1960er Jahre offen und öffentlich in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung gegen Grundthesen des modernen Revisionismus auf. Der „Vorschlag zur Generallinie der internationalen kommunistischen Bewegung“ war eine Kampfansage. In vielen Ländern führten die Debatten über diese Kritiken, verbunden mit der Begeisterung für die sich 1966 entfaltende Kulturrevolution, zu Abspaltungen in den Kommunistischen Parteien. Neue junge Parteien entstanden, die sich auf den Marxismus-Leninismus beriefen. Mao wurde zum revolutionären Symbol dieser weltumspannenden Bewegung. Die Schwächen und Fehler in den Dokumenten der Polemik, die Zugeständnisse an den Revisionismus waren, wurden in der internationalen Debatte in der Weltbewegung nicht überwunden und korrigiert. Da es keine notwendige offene und öffentliche Debatte über diesen neuen Vorschlag einer Plattform der kommunistischen Weltbewegung gab. Das war der zentrale Fehler in der Methode des ideologischen Kampfes zur Schaffung einer neuen Weltbewegung. Mao und die KP Chinas haben diese Aufgabe nicht ausreichend übernommen.

 

IV. Große Proletarische Kulturrevolution – Sturm gegen revisionistische Entartung

Die große Proletarische Kulturrevolution, die 1965/1966 startete war ein gigantischer Klassenkampf, eine politische Revolution zur Errichtung der Diktatur des Proletariats.

Die neue Bourgeoisie saß in der Partei und im Staat. Der Schlachtruf „Bombardierung des Hauptquartiers“ sollte ihre Vormacht brechen.

Gegen die Verbürokratisierung, gegen die Abgehobenheit des Partei- und Staatsapparates von den Volksmassen, gegen bürgerliche Kultur und Traditionen, gegen die Loslösung der Kader und der Intelligenz von den Volksmassen wurde die Gesellschaft von unten nach oben durchgerüttelt.

Es war ein Kampf um den Sozialismus der alle Mittel der proletarischen Revolution, friedliche und gewaltsame einsetzte.

Die Volksmassen entwickelten neue Formen des Massenkampfes. Die Kulturrevolution war eine Kampfansage an die vollständige revisionistische Entartung in der Sowjetunion und der Versuch eine solche in China zu verhindern. Die Kulturrevolution zeigte Wege auf, die revolutionäre Kampfbereitschaft, die Schaffung des sozialistischen Bewusstseins in der neuen Generation, in der Jugend zu verankern.

Die Proletarische Kulturrevolution war ein weltbewegender revolutionärer Prozess.

Die Jugend- und Studentenbewegung, die jungen marxistisch-leninistischen Organisationen und Parteien, die Arbeiter- und Befreiungsbewegungen auf allen Kontinenten wurden vom Elan der Kulturrevolution in China, vom revolutionären Enthusiasmus, von der Hoffnung auf den Umsturz der alten Verhältnisse, mitgerissen.

Die Schwächen, Mängel und Fehler in der Kulturrevolution waren ein Grund für ihr letztliches Scheitern. Sie konnte den Machtantritt der neuen Bourgeoisie langfristig nicht verhindern.

Die Massenbewegung zum Studium des Marxismus-Leninismus wurde hauptsächlich auf das Rote Buch, und damit auf Mao Zedong Zitate beschränkt.

Selbstverständlich war es ein gigantisches Unterfangen Millionen von Werktätigen direkt und aktiv in die theoretische und politische Debatte der Grundfragen der Gesellschaft einzubeziehen. Nur, das ist eine Grundaufgabe der sozialistischen Revolution.

Fehler war es beim Roten Buch stehen zu bleiben, und nicht zum Studium des Marxismus-Leninismus insgesamt weiterzugehen. Stattdessen wurden die Mao Zedong Ideen als Supertheorie stilisiert und führten zu einem vereinfachten und schematischen Verständnis der Theorie des Marxismus-Leninismus.

Im Kampf gegen die revisionistischen Konzepte der Klassenversöhnung wurde die gleichfalls falsche These der „Notwendigkeit der Existenz der Bourgeoisie als Klasse“ bis zum Kommunismus entwickelt. Ebenso wurde die Existenz von zwei Linien in der KP Chinas zur theoretischen Gesetzmäßigkeit erhoben, und propagiert, dass dies der „normale“ Zustand in der Partei sei.

Dem gegenüber steht die leninsche Parteitheorie, die besagt, dass der Kampf gegen den Opportunismus in der Partei, die Entstehung einer opportunistischen Linie verhindern kann und muss. Falls sie entsteht, muss sie von der Partei bekämpft und zerschlagen werden. Es ist falsch einen ständigen Kampf von zwei Linien in der Partei zur Gesetzmäßigkeit zu erklären.

Auch der Personenkult um Mao Zedong, der unheimliche Ausmaße annahm, war eine dem Sozialismus schadende Erscheinung. Wobei der Fehler, nicht dagegen anzugehen umso schwerer wiegt, da es Mao Zedong und die KP Chinas waren, die den Personenkult um Stalin, teilweise berechtigt, kritisiert hatten.

V. Allgemeine Einschätzung

Mao Zedong war ein bedeutender Marxist-Leninist, der in Theorie und Praxis den Marxismus-Leninismus in Fragen wie der neudemokratischen Revolution, der militärischen Strategie des Volkskriegs, des Kampfes gegen den Revisionismus und Dogmatismus, der kommunistischen ideologischen Ausrichtung der Volksmassen, des Kampfes gegen die Gefahr der revisionistischen Entartung bereichert hat. Er war Praktiker und Theoretiker der Revolution. In seinen Schriften hat er die theoretische Erkenntnis des Marxismus-Leninismus mit der lebendigen Praxis der Volksmassen überzeugend verbunden und verständlich gemacht.

Für die Entfaltung der neuen kommunistischen Weltbewegung, für die Befreiungsbewegungen in den halbkolonialen, abhängigen Ländern hatte Mao eine herausragende Bedeutung:

Er war Symbol und Hoffnung für die geknechteten Millionenmassen: Die Befreiung vom Imperialismus ist möglich. Der Imperialismus ist ein „Papiertiger“ und der „Tigerberg kann mit taktischem Geschick“ erobert werden.

Mao war kein Klassiker des Marxismus-Leninismus, der ihn grundlegend wie Marx, Engels, Lenin und Stalin weiterentwickelt hat. Mao war kein Klassiker, da er nicht die politische und ideologische Führung der Kommunistischen Weltbewegung übernahm, in einer Zeit wo sich diese Aufgabe drängend stellte. Er setzte das Werk Lenins, Stalins und der KI in dieser Frage nicht fort.

Mao hat in Grundfragen des Aufbaus des Sozialismus, der Errichtung der Diktatur des Proletariats, des Kampfes gegen den Revisionismus, der Haltung zu Stalin, der marxistisch-leninistischen Methoden des öffentlichen und offenen ideologischen Kampfes teils schwere theoretische und politische Fehler gemacht.

In der Einschätzung muss bewusst sein, dass es aus der Zeit des Kampfes um die neudemokratische Revolution ein breit gefächertes theoretisches Werk Maos gibt.

In den nachfolgenden Perioden gibt es nur einzelne Schriften, und es gibt Phasen wie die Kulturrevolution, wo es nur sehr wenige Schriften und kaum Informationen über Maos Werk gibt. Die in Band V nicht autorisiert erschienenen Schriften sind keine abgesicherten Quellen. Das erschwert die wirklich umfassend begründete Einschätzung des Werkes und Lebens Mao Zedongs.

 

Wichtigste Schriften von Mao Zedong

1. Schriften zur chinesischen Revolution:

„Analyse der Klassen in der chinesischen Gesellschaft“ (knappe Klassenanalyse), Bd. 1; „Der Platz der KP Chinas im nationalen Krieg“ (grundlegender Artikel), Bd. 2; „Die chinesische Revolution und die KP China“ (wichtigster Artikel zur chinesischen Revolution), Bd. 2; „Über die Koalitionsregierung“ (zentrale Schrift über die Bildung der neudemokratischen Regierung), Bd. 3; „Über die demokratische Diktatur des Volkes“ (zum Staat der neudemokratischen Revolution), Bd. 4

2. Militärische Schriften:

„Strategische Probleme des revolutionären Krieges in China“ (grundlegende militärische Schrift), Bd. 1; „Strategische Probleme des Partisanenkrieges gegen die japanische Aggression“, Bd. 2

3. Schriften zur Kommunistischen Partei:

„Über die Berichtigung falscher Ansichten in der Partei“ (zen­trale Schrift über den ideologischen Kampf), Bd. 1; „Den Arbeitsstil der Partei verbessern“, Bd. 3; „Gegen den Parteischematismus“, Bd. 3; „Einige Erfahrungen aus der Geschichte unserer Partei“,

4. Philosophische Schriften:

„Über die Praxis“, Bd. 1; „Über den Widerspruch“, Bd. 1

5. Ideologische Schriften:

„Dem Gedenken Bethunes“ (über kommunistische Moral), Bd. 2; „Unser Studium umgestalten“, Bd. 3; „Dem Volk dienen“ (grundlegende Position zur Massenlinie), Bd. 3; „Yü Gung versetzt Berge“ (Kommunistische Moral), Bd. 3

6. Kommunistische Weltbewegung:

„Die Interessen der SU fallen mit den Interessen der gesamten Menschheit zusammen“, Bd. 2; „Stalin – der Freund des chinesischen Volkes“, Bd. 2; „Zum 25. Jahrestag der Oktoberrevolution“, Bd. 3; Bd. 5; „Rede auf einer Konferenz der Sekretäre der Parteikomitees der Provinzen, Städte und Autonomen Gebiete“ (nicht autorisierte Schrift, Kritiken an Stalin)

7. Zur Internationalen Lage:

„Gespräch mit der amerikanischen Korrespondentin Anna Louise Strong“, Bd. 4; „Revolutionäre Kräfte der ganze Welt, vereinigt euch, kämpft gegen die imperialistische Aggression“, Bd. 4; „Der USA Imperialismus ist ein Papiertiger“, Bd. 5

Hinweis:

Die in den ausgewählten vier Bänden veröffentlichen Schriften sind bei weitem nicht alle Schriften von Mao enthalten. Insbesondere seine Schriften zur internationalen Lage sind darin kaum abgedruckt. Es gibt in Extrabroschüren noch eine Reihe Schriften von Mao, sowie in den Dokumenten der Parteitage der KP Chinas. Darüber hinaus wurden viele Artikel in der Peking Rundschau veröffentlicht. Sammelbände mit seinen militärischen Schriften liegen auch vor.

Band V wurde nach dem Tod Maos herausgegeben. Dieser enthält autorisierte Schriften, die bereits zu Lebzeiten Maos erschienen sind. Z.B. „Zur Frage des genossenschaftlichen Zusammenschlusses in der Landwirtschaft“ (1955), „Über die richtige Behandlung der Widersprüche im Volk“ (1957) und „Rede auf der Landeskonferenz der KP Chinas über Propagandaarbeit“ (1957).

Teilweise enthält dieser Band aber auch Schriften, die nicht zu Lebzeiten Maos veröffentlicht wurden und somit nicht autorisiert sind.

 
Zeittafel

1644 – 1911: Letzte Etappe der chinesischen Kaiserreiche, die Qing – (Tjing) Dynastie

19. Jahrhundert: die aufstrebenden kapitalistischen Nationen Frankreich, Deutschland, Amerika, allen voran die englische Weltmacht und das Nachbarimperium Japan kolonisieren China; durch ökonomischen und kriegerischen Druck muss China seine Märkte öffnen; Teile seines Territorium werden immer wieder besetzt; halbkoloniales und halbfeudales Land

1855: Niederlage Chinas im chinesisch-japanischen Krieg

1899 – 1901:Boxerkriege gegen die europäischen, amerikanische, japanischen Imperialisten; Krieg der Vereinigten acht Staaten gegen China

1898: Militärputsch einer Fraktion des Herrscher­hauses

Zu Beginn des 20. Jh.: zwei große Oppositionsbewegungen: eine für die konstitutionelle Monarchie; eine für die Republik, unter Führung von Sun Jat Sen

1. Januar 1912: Proklamation der Republik China

November 1914: Überfall des japanischen Imperialismus, nach Eintritt in den 1. Weltkrieg auf die deutsche Kolonie Kiautschou in China

1920 – 1928: Kriege der „nördlichen Militaristen“, Militärdiktatoren, d.h. die Kriegsherren der verschiedenen Territorien kämpfen um die Macht im Staat/Peking gegeneinander

1924 – 1927: Erster revolutionärer Bürgerkrieg

1924: Erste Einheitsfront zwischen KP Chinas und der Kuomintang, unter Führung Sun Jat-sen

1925: Gegenregierung in Kanton

1926: Beginn des Nordfeldzuges Kuomintang und KP Chinas

März 1927: Angriff der englischen, amerikanischen, französischen und italienischen Kriegsflotten auf das von der Einheitsfront befreite Nanjing

12. April 1927: verstärkte Zusammenarbeit Chiang Kai-shek mit den Imperialisten, Unterdrückung der Arbeiterbewegung, reaktionärer Putsch Chiang Kai-shek in Shanghai, er löst die Regierung auf, Übersiedlung nach Nanjing

18. April 1927:Bildung der konterrevolutionären „nationalen Regierung“ Chiang Kai-sheks

1926 – 1927:KP Chinas und der linke Flügel der Kuomintang bilden Gegenregierung in Wuhan

Juli 1927: konterrevolutionärer Umsturz in Wuhan, Niederlage des ersten revolutionären Bürgerkrieges

1927 – 1937:Zweiter revolutionärer Bürgerkrieg – Schaffung der Roten Armee, Mao: Entwicklung der militärischen Strategie des Volkskrieges und Partisanen/Guerillakampfes

September 1931: Besetzung der Mandschurei durch Japan

Dezember 1930 – September 1931:Zerschlagung der drei Offensiven der Kuomintang-Armeen gegen die revolutionären Stützpunkte

Oktober 1933:5. Offensive der Kuomintang gegen die revolutionären Stützpunkte

1. August 1934: Aufruf der KP Chinas an das chinesische Volk zum Widerstand gegen die japanischen Aggressoren

1935:Kampf für Schaffung antijapanischer nationaler Einheitsfront

13. Dezember 1937: Nanking: Besetzung durch japanische Truppen; Massaker an der chinesischen Bevölkerung, über 300 000 Tote

Juli 1937 – September 1945: Nationaler antifaschistischer Befreiungskrieg des chinesischen Volkes gegen die japanischen Okkupanten, Teilnahme am antifaschistischen 2. Weltkrieg, nach der Sowjetunion hat China die zweitgrößte Opferzahl in diesem Krieg

7. Juli 1937: japanischer Imperialismus beginnt den Krieg zur Eroberung ganz Chinas

1937:Bildung einer antikommunistischen Kollaborationsregierung in Nanjing (sog. neuorganisierte Regierung der Republik China)

Winter 1940: Bruch der Einheitsfront von Kuomintang und KP Chinas

9. Dezember 1941: China erklärt Japan offiziell den Krieg, einen Tag später Deutschland und Italien

2. September 1945: Bedingungslose Kapitulation
Japans

1945 – 1949: Dritter Bürgerkrieg zwischen der chinesischen Volks­armee und der Kuomintang

1. Oktober 1949: ­Proklamation der Volksrepublik China

2. Oktober 1949:Aufnahme diplomatischer Beziehungen UdSSR und VR Chinas

1949:Rückzug Kuomintang/Chiang Kai-sheks auf die Insel Taiwan, Gründung der Republik China auf Taiwan

1956: XX. Parteitag der KPdSU

– ­Geheimrede Chrustschows

1957: „Lasst Hundert Blumen blühen“ Bewegung

1958: Großer Sprung nach vorn

1963:Polemik über die Generallinie der internationalen kommunistischen Weltbewegung

1966: Große Proletarische Kulturrevolution – politische Revolution gegen revisionistische Machthaber in Staat und Partei

25. Oktober 1971:Aufnahme VR China in die UNO

1972:Besuch des amerikanischen Präsidenten Nixon in China

1974: Rede Deng Xiaoping in der UNO Vollversammlung, Verkündung der „Theorie der Drei Welten“

April 1976: Absetzung Deng Xiaoping durch das ZK der KP Chinas

September 1976:

Tod Mao Zedongs, Nachfolger Hua Guofeng

1976: Wenige Tage nach dem Tod Mao Zedongs, Verhaftung der vier führenden KommunistInnen, Mitglieder des Politbüros des ZK der KP Chinas, die sich den Revisionisten widersetzten. Wang Hun-weng, Schang Tschun-tjiao, Yao Wen-yüan, Djiang Tjing. (Von den Revisionisten als „Vierer Bande“ bezeichnet)

Juli 1977:Wiederaufstieg Deng Xiaoping<

1977: XI. Parteitag der KP Chinas, Zementierung der revisionistischen Linie und Machtergreifung der neuen Bourgeoisie

1978:3. Plenum des 11. ZK: Selbstverantwortlichkeit fördern, Die vier großen Modernisierungen in der

 Landwirtschaft bis 1981 und in der Industrie bis 1984 umzusetzen.

Parteitage KP Chinas

Juli 1921 1. Parteitag

Juli 1922 2. Parteitag

Juni 1923 3. Parteitag

Januar 1925 4. Parteitag

April/Mai 1927 5. Parteitag 

Juli 1928 6. Parteitag

April 1945 7. Parteitag

1956 8. Parteitag

1969 9. Parteitag

1973 10. Parteitag

1977 11. Parteitag



[1]     Gemeinsame Erklärung der vier Redaktionen:

Bolschewik Partizan (marxistisch-leninistische Zeitschrift aus der Türkei) (Anmerkung: Damals TKP/ML(B) – Kommunistische Partei der Türkei/ML (Bolschewiki), heute Bolschewistische Partei/Nordkurdistan/Türkei), Rote Fahne (Zentralorgan der Marxistisch-Leninistischen Partei Österreich), Gegen die Strömung (Organ für den Aufbau der Marxistisch-Leninistischen Partei Westdeutschlands) (Anmerkung: Heute: Organ für den Aufbau der Revolutionären Kommunistischen Partei Deutschlands), Westberliner Kommunist (Organ für den Aufbau der Marxistisch-Leninistischen Partei Westberlins) (Anmerkung: Diese Organisation hat sich aufgelöst und GDS angeschlossen), Veröffentlicht in „Wichtige Artikel aus Bolsevik Partizan“, Nr. 20/Dezember 1991